Grußwort des Vorsitzenden
Liebe Besucher,
die Trägerstiftung des Ungarndeutschen Bildungszentrums unterhält deutschsprachige Bildungseinrichtungen in drei Städten — in Baja, Kecskemét und Debrecen. Derzeit lernen insgesamt 1.300 Kinder bei uns, darunter Ungarndeutsche, deutschsprachige Muttersprachler, ungarische Kinder, Kinder von in Ungarn lebenden ausländischen Arbeitnehmern sowie Schülerinnen und Schüler aus dem Ausland.
Diese Vielfalt ist kein Zufall — sie ist unser Wesen.
Die Ungarndeutschen gehören zu den bedeutendsten nationalen Minderheiten Ungarns. Ihr Erfolg ist nicht nur das Verdienst ihrer Vorfahren — jede Generation muss die Werte neu schaffen, leben und weitergeben. Die Schule ist einer der wichtigsten Orte, an denen dieser Prozess eine organisierte Form erhält. Unsere Bildungseinrichtungen erfüllen genau diese Aufgabe: Sie tragen Sprache, Tradition und Denkweise weiter und passen sich zugleich den Anforderungen des 21. Jahrhunderts an.
Die Nähe zwischen der deutschen und der ungarischen Kultur wird in Ungarn von vielen Menschen gespürt, aber selten genau formuliert. Wir erleben sie jeden Tag. In unseren Klassenzimmern lernen von Anfang an deutsch- und ungarischsprachige Kinder gemeinsam — nicht nur nebeneinander, sondern voneinander. Derselbe Lehrstoff, dieselben Lehrerinnen und Lehrer, gemeinsame Projekte und gemeinsame Feste. Diese natürliche Zweisprachigkeit und die Zugehörigkeit zu zwei Kulturen sind nicht nur ein Element des Schullebens — sie sind das Schulleben selbst.
Auch unser Bildungsangebot haben wir in diesem Sinne aufgebaut. Mehr als die Hälfte unserer Absolventinnen und Absolventen erwerben mit dem deutschen internationalen Abitur sowohl ein deutsches als auch ein ungarisches Reifezeugnis, das in Budapest und Berlin, Pécs und München gleichermaßen anerkannt wird. In Debrecen erfolgt der Unterricht nach den Lehrplänen des Freistaats Bayern, in Kecskemét nimmt die Mercedes-Benz Schule sowohl die Kinder der deutschen als auch die der ungarischen Mitarbeiter des namensgebenden Unternehmens auf und gewährleistet ihnen die vollständige Kompatibilität mit dem deutschen Schulsystem. In Baja, wo alles seine Wurzeln hat, arbeiten wir auf unserem Campus mit Internat in einem vollständigen Bildungssystem — vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zum Gymnasium und zur Berufsausbildung im Technikum. Die Schülerinnen und Schüler können zwischen dem deutschen Abitur, dem Abitur der deutschen Nationalität sowie dem Abitur des Technikums wählen.
All dies ist jedoch nicht nur eine Frage der Bildung. Zwischen Ungarn und der deutschen Wirtschaft besteht eine dauerhafte, strukturelle Verbindung — dies zeigt sich bereits an den mehreren tausend deutschen Unternehmen, die in Ungarn tätig sind. Auch unsere Schule spielt in dieser Beziehung eine wichtige Rolle: Wir entlassen Absolventinnen und Absolventen, die sich in beiden Kulturen zu Hause fühlen, und schaffen ein Umfeld, in das sich Arbeitnehmer aus Deutschland und ihre Familien ganz selbstverständlich integrieren können. Die Stiftung ist daher nicht nur Träger einer Bildungs- und Kultureinrichtung, sondern auch ein wirtschaftlicher Faktor.
Ich selbst habe am Institut in Baja mein Abitur abgelegt. Was ich dort erhalten habe — die Sprache, die Gemeinschaft und die offene Denkweise — hat mein Leben und meinen beruflichen Weg geprägt. Als mich die Gründer der Stiftung baten, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen, war die Entscheidung für mich selbstverständlich. Wer von einem gut funktionierenden System profitiert hat, ist verpflichtet, etwas zurückzugeben — nur so bleibt es nachhaltig, nur so wird es auch für die nächste Generation ebenso viel oder sogar mehr bieten können.
Die Welt, auf die man sich heute vorbereiten muss, verändert sich schneller als je zuvor. In diesem Tempo wird sich nur jenes Kind behaupten können, das nicht nur in einer einzigen Sprache, einer einzigen Kultur oder einer einzigen Denkweise aufgewachsen ist. Das fähig ist, den Kontext oder die Perspektive zu wechseln — und wenn nötig auch das Land. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen dies nicht als Unterrichtsstoff — es ist ihr Alltag. Zwei Sprachen, zwei Kulturen, zwei Bildungssysteme zugleich. Das ist ihr Vorteil, den ihnen niemand nehmen kann.
Es gibt einen Gedanken, den ich in das Amt des Vorsitzenden der Stiftung mitgebracht habe und der auch in der Arbeit der Schule immer wieder erscheint: Glück besteht zur Hälfte aus Umständen und zur Hälfte aus Vorbereitung. Die Umstände können wir oft nicht selbst gestalten — die Vorbereitung jedoch schon. Wir legen den Schwerpunkt auf die Vorbereitung. Das ist unsere Aufgabe.
Wenn Sie als Elternteil, Pädagoge, Partner oder einfach als Interessierter zu uns gefunden haben — heiße ich Sie herzlich willkommen. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
Miklós Egri
Vorsitzender, Gemeinnützige Stiftung für die Institutionsträgerschaft des UBZ
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